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Kolumbiens Norden


Wir haben noch vier Wochen bis zur Verschiffung von Emily- geplant ist der 5.9.. Heisst, dass wir den Bus am 1.9. am Hafen abgeben müssen und am 4.9. nochmals antreten dürfen, um den Zoll und damit die Drogenkontrolle durchs Auto zu lassen. Dann erst kommt das Auto auf‘s Schiff und der Besitzer( in dem Fall Tjorven) muss bis zum Auslaufen dieses im Land und somit abrufbar bleiben.



Der Aufenthalt am Camping Guaimara ist allzu schnell vergangen. Die beiden Besitzer sind nicht nur extrem gastfreundlich, sie bemühen sich auch sehr, den Platz ökologisch zu gestalten und zu führen. An einem der Abende bekamen wir zu hören, wie Würmer aus Scheisse im Nu wertvollen Humus und fast trinkbares Wasser machen, worauf wir mit Ehrfurcht aufs stille Örtchen gingen und hofften, dass die Nutztiere nicht den Weg nach oben finden. Mit uns auf dem Gelände befanden sich mehrere Overlander aus den USA, Deutschland und der Schweiz, mit denen wir abends am Lagerfeuer Reisegeschichten  und Tips austauschten, sowie die Welt verbesserten.



Nun aber machen wir uns auf den Weg zur Karibikküste, nach Santa Marta. Wir wollen einen letzten Versuch machen, noch originale Bremsbeläge für vorne zu ergattern, Emily soll noch einen Öl- und Filterwechsel bekommen und wir wollen schauen, ob wir einen Tischler finden, der uns eine Trennwand vom Fahrbereich in den Wohnbereich herstellen kann, damit alle unsere Habseligkeiten auch nach der Überfahrt noch da sind. Leider scheitert der letzte Anlauf für Beläge - diese müssten in Brasilien oder Europa beschafft werden - und alle unsere Bemühungen die gemäss Google vorhandenen Tischlereien ausfindig zu machen bleiben erfolglos und so beschliessen wir die Wand dereinst selbst zu zimmern. Aber das hat dann doch noch Zeit.

Das Klima an der Küste ist ohne Klimaanlage bei 35° und 80% Feuchte fast unerträglich und schon auf dem Hinweg entschieden wir uns über Airbnb ein Appartement zu mieten.




Dieses befindet sich in Santa Marta’s Vorort Rodadero, wo es alles gibt, was das Strandurlauber-Herz begehrt und wir geniessen nicht nur die klimatisierte Unterkunft, sondern auch den nahe gelegenen Sandstrand und das noch leicht erfrischende Meer, welches mit einer Temperatur von 26 Grad Celsius aufwartet.




Santa Marta, als Kolonialstadt beschrieben, bietet momentan nicht wirklich viel. Ein paar Strässchen mit Bars und Restaurants, eine kurze Hafen/Strandpromenade und viele Baustellen. Wenn diese irgendwann abgearbeitet sind und die Fassaden der Häuser evtl. auch noch saniert werden, kann es ein schöner Ort werden. Die dominierende Vogelart sind übrigens hier die Tauben.

Die Zeit im Appartement, vier Nächte, ist schneller als gedacht vorbei- was haben wir eigentlich die ganze Zeit gemacht? Einen mittelleichten Sonnenbrand nehmen wir uns als Souvenir mit.




Das nahe gelegene Dorf Minca ist uns von vielen ans Herz gelegt worden, zu mal es auf 600 MüM liegt und wir so der gröbsten Hitze entfliehen können, daher unser nächstes Etappenziel. Wir checken für die kommenden drei Nächte im Hostal/ Camping Bolivar ein, bekommen ein schattiges Plätzchen und fühlen uns auf Anhieb wohl. Sogar heisses Wasser gibt es hier in den Duschen, was für diese Region nicht die Regel ist.



Wir unternehmen von hier aus zwei tolle Wanderungen durch den dschungelartigen Wald zu einer Kaffee- und Kakaofinca sowie zu nahegelegenen Wasserfällen. Dieses satte Grün und die Vielfalt der Pflanzen beeindruckt einmal mehr. Endlich können wir uns mal wieder bewegen, das tut unseren Seelen richtig gut.



Nur Rumhängen und am Strand liegen ist ( mittlerweile auch für Tjorven) nicht unseres. Die Dauerbeschallung mit Hudigäägeler Musik- zum Glück nur tagsüber - aus dem benachbarten Kleinrestaurant lässt sich dabei mit Fassung ertragen.  Für die nichtschweizerischen Leser( nein, wir gendern nicht!): Das Wort Hudigääggeler bezeichnet volkstümliche Musikstücke, die in der Schweiz auch als Ländler (und für Kenner der Materie) als Schottisch bezeichnet werden und sich von der kolumbianischen Variante gar nicht so sehr unterscheiden, wie man meinen könnte. Als Musikinstrumente kommen bevorzugt die Quetschkommode (was hier wiederum den Schweizern erklärt werden müsste) und Streichinstrumente zum Einsatz.



Den letzten Abend in Minca gehen wir libanesisch essen (sofern der Regen noch nachlässt) und morgen geht es weiter in den Tayrona Nationalpark, dieser soll beschriebener Weise eine tolle einzigartige Landschaft und einmalige Strände bieten. Man kann dort aber wohl auch einige Wanderungen machen. Wir lassen uns überraschen.



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