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Langweiliger Süden?


Unseren ufernahen Stellplatz am alten Highway, nahe Caleta Olivia, verlassen wir nach einer ruhigen Nacht, mit dem Ziel, die versteinerten Bäume im "Monumento Natural Bosque Petrificado de Jaramillo" zu sehen. Von Gert und Evi verabschieden wir uns mit den Worten:" wir sehen uns bestimmt nochmal, euch einen schönen Tag." Den Park erreichen wir nach etwa 200 km, davon 50 km auf einer gut ausgebauten Schotterstrasse- sprich etwa nach 3 Stunden Fahrzeit. Die kleine Rangerstation gibt einen ersten Einblick und der knapp zwei Kilometerlange Rundweg ist gespickt mit den riesigen Überresten von Bäumen( ca. 150 Mill. Jahre alt), die mittlerweile versteinert sind.



Kaum zu glauben, aber das ist wirklich kein Holz (mehr).


Nicht nur die Bäume sind beeindruckend, auch die Gegend drumherum erinnert plötzlich an Island- sehr vulkanisch

und die Erosionsformen und Farben der Gesteine- der Eindruck kaum in Worte zu fassen...



Unterwegs sehen wir immer wieder die typischen Guanakos, aber diesmal auch die hier lebende Hasenart "Mara" (Dolichotis patagonum) - die sehen am Kopf ein wenig wie Rehe aus und ihr Fell sieht aus als trügen sie ein Deckmäntelchen, wie unsere Pferde im Winter😊. Sie tarnen sich im Gelände so gut, dass man sie, will man sie fotografieren, kaum durch die Linse im Selbigen findet.



Weil die Schotterstrasse und die N3 für uns keine geeigneten Schlafplätze bieten- wir sind mittlerweile sehr verwöhnt- fahren wir weiter Richtung Puerto San Julian( +200 km), biegen aber 25 km vor der Stadt in den Circuito Costal ein- eine eigentlich völlig überflüssige Strasse, aber wohl für Touristen super hergerichtete Schotterpiste mit Blick über die Klippen und somit auf's Meer hinaus. Bei einem Leuchtturm finden wir einPlätzchen mit umwerfendem Weitblick und nach nunmehr fast 7 Stunden Fahrzeit auch wieder genug für den Tag.



Es regnet in der Nacht und die Schotterstrasse ist etwas schmierig und rutschig geworden- lässt sich zum Glück noch leicht befahren, aber der lehmige Boden hängt sich wie Zement an unser Auto, und lässt sich nur mit dem Spaten, zum Glück noch in feuchtem Zustand, abkratzen. Getrocknet wären wohl nur noch Hammer und Meissel zum Einsatz gekommen. Wir verbringen den Tag auf dem Campingplatz Municipal in Puerto San Julian- sehr gepflegter, sauberer Platz, mit einer, für Argentinien , sehr guten Infrastruktur. Ich putze das Auto aussen und innen- der Staub der Pisten zieht überall rein und zwischendurch kann man kaum noch etwas anfassen ohne das man schmutzig wird- wenn dieser Zustand erreicht ist, reicht es mir und ich schwinge den Lappen😉. Claus kümmert sich um die Elektrik und die Standheizung, die aus irgendeinem Grund nicht mehr läuft. Leider bekommen wir sie nicht mehr in Gang, zum Glück ist es noch nicht so kalt.



Im Hafen ist ein Nachbau von Ferdinand Magellan's Schiff Victoria ausgestellt. Der hat auf der Suche nach einer Durchfahrt vom Atlantik zum Pazifik Die Magellanstrasse entdeckt. Was wir nicht wussten: Magellan hatte dort mit einer Meuterei zu kämpfen. Angesichts der doch eher reduzierten Platzverhältnisse auf den Schiffen und der auch sonst nicht eben bekömmlichen Lebensumstände der üblicherweise nicht freiwillig zur See fahrenden Matrosen eine nachvollziehbare Aktion, die mit der Dekapitation der Rädelsführer endete.


Am Nachmittag gesellen sich Gert und Evi zu uns auf den Platz und wir verbringen einen sehr schönen Grillabend miteinander- die Temperaturen haben in den letzten Tagen doch merklich abgenommen- wir holen unsere gefütterten Hosen und Daunenjacken aus der Versenkung, die Sandalen werden gegen feste Schuhe ausgetauscht und die Markise schützt vor Regen. Im MANfred von Evi und Gert wärmen wir uns vorm Schlafengehen beim Schlumi nochmals richtig auf.

Wir beschliessen am nächsten Tag nach Rio Gellegos zu fahren- es bedeutet 360 km RP3, also nur einförmige Teerstrasse, dafür immer wieder Guanokoherden und Nandus, auf die geachtet werden muss. Viel Verkehr ist nicht, mit 90 km/h entspanntes Dahingondeln durch die scheinbar endlosen Weiten. Wir fahren als erstes zum Carrefour, weil es hier eine WesternUnion Station haben soll und die Beschaffung von ARS so weit im Süden ziemlich schwierig ist, sofern man diese zum Bluedollar-Kurs bekommen möchte. Hier ist alles wie ausgestorben- die Erklärung ist schnell gefunden: Argentinien spielt gegen Holland im Viertelfinale und sogar im Supermarkt schauen die Angestellten gebannt auf die aufgehängten Bildschirme. Die Strassen sind wie leergefegt, es ist wirklich lustig so durch die Strassen zu fahren und sich den Ort anzuschauen, der leider nicht viel hergibt. Wir finden einen Schlafplatz direkt am Fluss, ein wenig windig ist es, aber die Regenwolken haben sich verzogen und wir haben eine tolle Aussicht.

Von hier aus wollen wir nach Chile einreisen- wann wissen wir noch nicht genau, wir hoffen durch unsere Anfragen in den verschiedenen Whatsappgruppen und FB auf Hilfe für die Standheizung. Sollte dies hier nicht klappen, kommen wir auch so durch die Nächte- schliesslich können wir uns ja warm anziehen☃️.



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