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Cordillera blanca


Wenn Du nach Lima gehst, nimm Dir genug Zeit und plane gut. Wir wollten ja nicht, trotzdem sollte die Zeit der Reparatur von Emily sinnvoll genutzt werden. In jeder anderen Stadt hätte es etwas gebracht, den Stadtmittelpunkt aufzusuchen, meistens ist das die Plaza Mayor die meistens Plaza de Armas heisst und drum herum findet man die meisten Schönheiten des Ortes.



Unser Besuch begann damit, dass die Plaza gesperrt war. Blinkende Blaulichter, Polizei, Feuerwehr überall, wir dachten schon an einen Terroranschlag. Nach einigen Versuchen, die Sperrgitter zu umgehen konnte uns ein freundlicher Pollizist erklären, dass es sich um eine Notfallübung handle und tatsächlich wurden die Sperrungen nach einer Stunde aufgehoben.



Indessen war der Platz dann recht enttäuschend, nämlich vor allem gross und bei Weitem nicht so hübsch gestaltet wie sonst fast überall. Städtebaulich hat Lima offenbar kein klar definiertes Zentrum. Kulturelle Einrichtungen und koloniale Bauten, sofern sie nicht der planerischen Euphorie früherer Jahre zum Opfer gefallen sind, liegen verstreut in den inneren Bezirken der 14 Millionen Metropole.



Wir haben das sehr zentral gelegene Chinesenviertel gesehen, die anschliessenden mehr als lebhaften Strassenmärkte, eine Mini Ausstellung der Künstlerin Ella Krell, das perutypische und nicht so gar unsympathische Verkehrschaos, das direkte Nebeneinander von schöner Architektur vergangener und gegenwärtiger Zeit direkt neben Bausünden und deprimierendem Zerfall und über all dem lag eine schwere Dunstglocke bei vollkommener Windstille.



Somit waren wir froh, den Moloch am folgenden Tag mit reparierter Emily Richtung Huaraz verlassen zu können, dem touristischen Zentrum der Cordillera Blanca, deren Kern der Huascarán Nationalpark umfasst. In diesem Teil der Anden finden sich zahlreiche sehr hohe Berge, die meisten davon Vulkane, darunter der mit 6768m höchste Berg Peru's, der Huascarán.



Wir waren aber etwas bescheidener unterwegs und haben eine Wanderung zur wunderschönen Laguna Churup unternommen, um anschliessend weiter nach Caraz zu fahren.



Der Ort hat insofern eine besondere Bedeutung als unsere Freunde Sebastian und Nicole auf dem dortigen Camping Guadalupe 2020 der Lockdown erreicht hat, bis sie vom EDA ausgeflogen werden konnten. Auf just diesem Camping beziehen wir Quartier, richten herzlich erwiderte Grüsse aus.



Die folgenden zwei Tage widmen wir der Laguna 69. Vom idyllischen Übernachtungsplatz an der Lagune Orkoncocha führt uns eine ziemlich ambitionierte Rundwanderung zunächst zum Refugio Perú, dem Basislager des Cerro Pisco um dann über nicht enden wollende Blockfelder nach Nordwesten über einen 4900m hohen Gebirgskamm zur Lagune zu führen, welche somit im Abstieg erreicht und von oben bewundert werden kann.




Der Abstieg auf dem von Touristen gewöhnlich benutzten Zustieg gestaltet sich recht bequem.


Zurück in Caraz verbringen wir einen fröhlichen Abend und Nachtmahl mit unseren neu gewonnenen Freunden Sebi (Sebastian) und Michi (Michaela), die mit ihrem Landrover die Panamericana von Norden her gefahren sind. Nebst zahlreichen Tipps für Ecuador beherzigen wir deren Ratschlag, auf der Weiterfahrt den Canyón del Pato mitzunehmen- Google gibt die Strasse als gesperrt an, alle Erdrutsche sind aber bereits beseitigt und die weggespülten Strassenabschnitte sind umfahrbar.



So kommen wir in der Folge in den Genuss einer atemberaubenden Schlucht und einer spannenden Single Track Strasse mit vielen Tunnels die uns via Chuquicara bis nach Santa führt, von wo der Etappenort Piura bald erreicht ist. Welch ein Kontrast! Gerade eben noch im Hochgebirge unterwegs wechseln wir an die tropische Pazifikküste, wo abwechselnd Wüstenstriche und saftige Plantagen von Zuckerrohr und Bananen in der schwülen Hitze gedeihen.



Mancora beschert uns das erste Bad dieser Reise im Meer, bei angenehmen 25 Grad Wassertemperatur, wogegen die Lufttemperatur bei höherer Feuchtigkeit eher schweisstreibend ist. Zum Glück erfahren wir erst bei der Abfahrt, dass hier gerade eine gewaltige Welle des Denguefiebers unterwegs ist, die Spitäler deshalb überfüllt und medizinische Hilfe schwer zu erhalten.

Wir haben für den 23. Juni eine Galápagosinseln Kreuzfahrt gebucht. So viel Zeit bleibt nicht für Ecuador und wir wählen deshalb den schnellsten Weg entlang der Carretera Panamericana über Trujillo und Tumbes zum Grenzübergang Huaquillas. Gottseidank sind die dortigen Migraciones- und Aduana- Büros klimatisiert. Eine Stunde warten wir darauf, dass das gerade landesweit darnieder liegende EDV System der Einwanderungsbehörde wieder hochgefahren werden kann. Es hätte auch viel länger dauern können. Dann geht alles reibungslos. Die ecuadorianischen Beamten sind ebenso freundlich und hilfsbereit wie an allen anderen Grenzen und an den zahlreichen nachfolgenden Strassenkontrollen werden wir freundlich und korrekt behandelt.



Wir schrauben uns von der brütenden Hitze der Tiefebene innert 2 Stunden teils durch Nebel und Nieselregen bis zu unserem Tagesziel, dem Parque Nacional Cajas auf 3800m hoch und beenden diesen Abschnitt bei 12 Grad Aussentemperatur mit einer super schmackhaften gebratenen Forelle und einem kühlen Bier.🍻🍺🍺



Und hier noch die Blütenpracht der letzten Tage:



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