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Rio Gallegos



Wir verbringen nun die dritte Nacht in Rio Gallegos. Ursprünglich hatten wir die lange Etappe wegen des im Süden besseren Wetters gemacht, aber auch, weil das der letzte grössere Ort in Argentinien vor Feuerland ist und wo man noch etwas speziellere Einkäufe erledigen kann.

Zudem hat sich Claus hier mittels stundenlanger Internetrecherchen zum Spezialisten für Eberspächer Heizungen, die nicht mehr laufen wollen, weiter gebildet. Um diesen Punkt vorweg zu nehmen: Nachdem zunächst weder Eberspächer Deutschland noch der Lieferant der Heizung auf unsere E-mails geantwortet hatten, hat unsere Rundfrage in verschiedenen Foren Erfolg gehabt und uns wurde von einem sehr hilfreichen Zeitgenossen die Adresse einer Werkstatt in Rio Gallegos genannt.



Offiziell hat Eberspächer gemäss Website nur eine Vertretung in Buenos Aires, aber unter dem Firmennamen Airtronic werden die Dieselheizungen auch im Süden vertrieben und verbaut. Somit hat sich der konsultierte Mechaniker gut ausgekannt und an zwei Tagen fünf Stunden lang alles zerlegt, gewartet immer wieder getestet und wieder zusammen gebaut. Indessen ist die Elektronik infolge wiederholter vergeblicher Startversuche gesperrt und zur Entsperrung braucht es ein spezielles Diagnosegerät, das hierzulande niemand hat, auch die genannte Werkstatt nicht. Dies zu Umgehen ist trotz Anwendung aller nur möglichen im Netz kursierenden und uns zugesandten Tricks (vielen Dank an dieser Stelle auch an Mathias Wipfli von Fahrzeugausbauer AG) nicht gelungen. Am Schluss wollte die Werkstatt noch nicht einmal eine Bezahlung!



Somit haben wir nach den zwei Tagen die Waffen gestreckt und werden vorderhand mit dem Fahrzeugmotor heizen müssen, wenn es gar zu kalt wird. Wir bleiben aber dran.

Die Konsequenz: Finger weg von Eberspächer, wenn Du ins fernere Ausland ( offenbar auch Spanien) reist, eine einmal gesperrte Heizung bleibt dort unbrauchbar. Mit Webasto und namenloser Chinaheizung haben wir die besseren Erfahrungen.

Rio Gallegos hat touristisch betrachtet sonst nicht allzu viel zu bieten. Bei unserer Ankunft wurden wir von einem Tessiner, der hier der Liebe und Corona wiegen gestrandet ist, angesprochen. Was wir hier wollten? Rio Gallegos biete gar nichts für Touristen, ausser vielleicht die paar alten Lokomotiven um die Ecke, wir sollten doch bald das Weite suchen. Wenn wir aber etwas brauchen sollten, könnten wir uns gerne bei ihm melden.



Wir konnten uns die Zeit trotzdem ganz gut verteiben. Nebst der eingehenden Beschäftigung mit der Heizung haben wir uns natürlich die Lokomotiven angeschaut, mehrheitlich schrecklich verrostete Überbleibsel einer besseren Zeit für Dampfloks, Pesos beschaffen, Tanken, Einkaufen, kleine Strandwanderungen und diverse Stadtbummel haben die Zeit verkürzt und wir haben abermals einen unterhaltsamen Abend mit Eveline und Gert verbracht, sowie einen mit Jeannette, die wir in der Sprachschule in Montvideo kennengelernt haben und ihrem inzwischen dazu gestossenen Ruedi.

Das Wetter zeigte sich von der besseren Seite. Die Wetterkarten wiesen aber zunehmend auf kühle Temperaturen, viel Wind und auch wieder Regen. Das südlich in Chile gelegene Punta Arenas ist das nächste Ziel.



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