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Ruta 41 und Paso de Roballos


Angesichts verschiedener Rückmeldungen beschliessen wir, unsere Reise auf der Ruta 41 fortzusetzen und den südlichsten Grenzübergang nach Chile über den Paso Roballos zu nehmen. In der Nacht davor trommelt Regen auf das Autodach. Wird die 41 überhaupt machbar sein? Am Morgen dann bestes Sommerwetter, alles ist wieder staubtrocken. Abmeldung bei der Rangerstation und dann geht es los. Die Schlüsselstelle der Route, ein steiler Anstieg über einen Berghang mit lockerem Untergrund beginnt schon 10km nach der Station.



Wir hatten schon zuvor die Funktion der Getriebeuntersetzung überprüft. Nun stellt sich aber heraus, dass das Motormanegement von Emily und die Untersetzung sich nicht so recht vertragen. Der Motor nimmt in entscheidenden Momenten kein Gas an und droht abzusterben. Also Untersetzung abschalten und siehe da: Im ersten Normalgang lässt sich alles problemlos bewältigen.



Wir werden nach Erreichen eines Hochplateaus reichlich belohnt, überqueren wir doch die malerischsten vulkanischen Landschaften, unterschiedlichste Formen, Farben und Gesteine ziehen an uns vorüber. Zum Glück haben wir mit dem Gelände von Island her unsere Erfahrungen.



Um die Reifen im scharfkantigen Gestein nicht zu sehr zu gefährden muss über längere Zeitbschnitte im Schrittempo gefahren werden. Es tauchen die ersten Weidezäune und Gebäude auf, die Strasse wird angenehmer zu befahren und nach gut 4 Stunden finden wir uns bereits in Lago Posadas wieder. Es ist ein kleines verschlafenes Örtchen mit einigen bescheidenen Einkaufsmöglichkeiten. Die Läden öffnen nachmittags allerdings erst um 17 Uhr, so dass wir es mit dem letzten Nachtanken von argentinischem Diesel bewenden lassen. Die Mittagshitze treibt den Schweiss aus den Poren und es ist kein schattiges oder hübsches Übernachtungsplätzchen in Sicht, so dass wir die Fahrt Richtung Norden fortsetzen und erst kurz vor Erreichen des Paso Roballos, an einem Mirador mit schönster Aussicht unser Nachtlager aufschlagen.



Der Grenzübergang ist dann eine Erfahrung der speziellen Art. Zuerst erreicht man wenige Kilometer nach der Abzweigung Richtung Westen die Argentinische Grenzstation.



Ein freundlicher Grenzbeamter erledigt die Formalitäten in aller Ruhe und wir erhalten ausnahmsweise die Ausreisebestätigung in Form eines Stempels in unsere Pässe. Dies weil es hier keine genügend schnelle Internetverbindung für die online Abwicklung gibt. Die Chilenische Grenzstation folgt 12 km weiter. Auch hier gibt es kein Internet. Also wird alles von Hand ausgefüllt, im Falle der TIP (Bestätigung der vorübergehenden Einfuhr von Emily) und der "Trajeta" (Meldebestätigung der zeitlich begrenzten Einreise von Personen) dürfen wir dies selbst erledigen. Ohne Vorhandensein und vollends korrekte Ausfertigung dieser Papiere kann man in Teufels Küche geraten, also wird alles vom Grenzbeamten nochmals genau kontrolliert, bevor wir unsere Pässe samt Einreisestempel zurück erhalten.

Selbstredend bewegen wir uns weiterhin auf Kies und Geröll. Zur Schonung der Reifenflanken haben wir den Reifendruck wieder etwas erhöht, womit sich die Unebenheiten der Piste direkter auf das Fahrzeug übertragen. Indessen macht die pittoreske Schönheit der Landschaft um uns her dies mehr als Wett.



Kilometerlang folgen wir einem Hochtal, bis wir nach etwa 60km auf die Chilenische Ruta 7, welche identisch ist mit der berühmten Carretera Austral, stossen.



Aus reinem Übermut hängen wir, bevor wir nach Cochrane kommen, noch eine Extraschleife um die Windungen des Rio Baker, entlang der Ruta X890 an. Etwas überrascht stossen wir am Ende dieser Schlaufe an ebendiesen Rio Baker, aber auf keine Brücke. Dafür findet sich dort eine schnuckelige kleine Fähre mit grade mal Patz für ein Fahrzeug. Die Überfahrt ist kostenlos, die beiden freundlichen Fährmänner freuen sich über ein Trinkgeld.

Und nun waren es nur noch 10km bis Cochrane. Wahrscheinlich würde sich der Englische Lord und Namensgeber des Ortes im Grab umdrehen, würde er die spanische Version seines Namens hören können, was wiederum die Chilenen kaum kümmern dürfte.

Der Ort verfügt über ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, so dass wir unsere Vorräte zweckmässig aufstocken. Und die Blogleser und -innen dürfen sich über die erste brauchbare Internetverbindung freuen, ohne die wir unsere Berichte nicht in den Äther schicken könnten .



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