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Sucre


Die Weiterreise nach Sucre führt uns zunächst zu zwei "kleineren" Highlights. Das erste ist der kleinere Ort Tarata. Lonely Planet preist das Ortsbild und die erhaltenen alten Gebäude, was auch stimmt.



Der Ortskern ist nicht nur schön, er verströmt auch den Charme südfranzösischer Dörfer.



Es geht dann über Berge und Schluchten, wir verbringen die Nacht an einem Fluss und dann besuchen wir Aiquile, den Geburtsort der Charango.



Man könnte dieses Saiteninstrument als eine Art schwangere Gitarre bezeichnen, würde ihm aber damit keineswegs gerecht. Vor Ort finden wir ein abermals gut ausgestattetes Museum zum Thema und der anwesende Betreuer, der die Instrumente auch trefflich zu spielen versteht, erzählt uns einiges zur Geschichte und zu den unzähligen Varianten, in denen es hergestellt wird, sowie zur mestizischen indigenen-spanischen Musikkultur, die mit der Charango untrennbar verbunden ist. Vom einfachsten schmucklosen Instrument aus barem Holz bis hin zu aufwändig gestalteten und kaum spielbaren wahren Kunstwerken, gefertigt vor allem aus Holz, aber auch aus Stein und Stahl, war wirklich alles in der Sammlung zu sehen.



Sucre, ehemals La Plata, war zu Zeiten des Silberbooms nach Gewinnung der Unabhängigkeit die Hauptstadt Boliviens. Mit dem Niedergang des Silbergeschäftes wurde das wegen der ungünstigen Lage und der schlechten Verkehrserschliessung unpraktisch. Der Regierungssitz wurde nach La Paz verlegt und Sucre behielt den Status der konstitutionellen Hauptstadt und den Sitz der obersten Gerichtsbarkeit. Was zudem geblieben ist, ist ein reiches kulturelles Erbe, welches aus der Blütezeit der Silbergewinnung stammt. Wir haben in Südamerika noch keine Stadt gesehen, welche in diesem Ausmass über erhaltene und gepflegte Architektur aus der Kolonialzeit verfügt. Nicht nur das: Die Stadt lebt, ist kein touristisches, lebloses Museum, es gibt vieles zu sehen und zu bestaunen und ein Besuch sei jedem bei Gelegenheit sehr ans Herz zu legen.

Als Quartier beziehen wir ein von Ju und Lydia empfohlenes Hostel mit kleinem Appartment in Gehdistanz zum Ortskern gelegen, Emily wird um die Ecke sicher untergebracht. Unter den besuchten Orten sind folgende besonders erwähnenswert:



Der Mercado Central: Ausgedehnte Markthallen und -stände, man bekommt hier fast alles, was man so zum Leben braucht. Besonders beeindruckt sind wir vom überbordend reichhaltigen Angebot an Früchten und Gemüse. Vieles aus dem Früchteangebot kannten wir nicht. Die beste Methode sich durchzuprobieren besteht darin, sich einen Fruchtsalat an einem der Essensstände zu bestellen. Man erhält für 2,5 CHF einen Querschnitt durch das ganze Angebot, lecker aufbereitet mit Joghurt und Rahm, so viel, dass man kaum fertig wird.



Die zentrale Plaza de 25 Mayo: Sehr ansprechend als kleiner Park gestaltete Fläche mit vielen Bänken als Sitzgelegenheit, umgeben von mächtigen historischen Bauten, darunter die Catedral Basilica de Nuestra Señora de Guadalupe (zu der wir an 3 Tagen keinen Zugang gefunden haben), der Casa de la Libertad, dem Museo del Tesoro (die beiden haben wir besichtigt, durften aber nicht fotografieren) u.v.m.

An Kirchen und Kathedralen herrscht in Sucre kein Mangel. Wir sind gewiss nicht religiös, besuchen aber diese Bauwerke trotzdem immer gerne, weil sie traditionell besonders beeindruckender Ausdruck architektonischen und künstlerischen Erbes und auch der machtpolitischen und wirtschaftlichen Geschichte sind. Ein schönes Beispiel ist der Templo San Francisco, gewidmet dem Heiligen Franziskus von Assisi.



Der Parque Libertador Simón Bolivar: Der Park gilt als der schönste in der Stadt. Die neben dem obersten Gericht gelegene, recht ausgedehnte Anlage ist in der aktuellen Version im 20. Jh. ansprechend gestaltet und zu Fuss gut erreichbar. Wir haben dort gerne eine entspannende Zeit verbracht.



Cementerio General de Sucre: Dies ist nicht nur eine schöne Parkanlage, auch die Opulenz und der gepflegte

Zustand der Mausoleen hat uns beeindruckt. Eine abgesperrte Ecke dient als jüdischer Friedhof. Hier lässt es sich im Schatten der Bäume verweilen und ausruhen.



La Recoleta: Die ehemalige Klosteranlage ist erhöht über der Altstadt gelegen und bietet einen wundervollen Ausblick über die Stadt. Direkt anschliessend findet sich das Museum der Indigenen Kunst, welche einen gut gestalteten Überblick vor allem über Textilerzeugnisse der Vergangenheit und der Gegenwart bietet. Fotos waren nicht erlaubt. Es sind erfolgreiche Bestrebungen im Gang die traditionelle Webkunst und das Brauchtum zu revitalisieren bzw. lebendig zu erhalten.

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Die Märkte sind immer spannend und wunderbar farbig… 😀👍🏼🤗

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