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Wüste und Minen


In Calama bei Mercedes ist es noch ein wenig spannend geworden. Wir haben gewartet und gewartet, Emily war nicht auszumachen und zum Zeitvertreib haben wir uns bei I Overlander und andern Quellen über Calama schlau gemacht. Nicht die beste aller Ideen. Gerade an dem Tag wurde am helllichten Tag ein Touristenauto ausgeraubt. Calama ist ein Diebstahl Hotspot, einer der Orte mit sehr hoher Kriminalität in Chile. Was, wenn nun Emily schon abhanden gekommen wäre? Anfrage beim Werkstattchef um 15 Uhr: Beim Schweissen seien unerwartete Schwierigkeiten aufgetreten, wir sollten uns keine Sorgen machen. Um 17 Uhr ist Emily unversehrt wieder da, man kümmert sich um Getriebeoelverlust und ABS, um 19 Uhr ist einschliesslich Probefahrt alles fertig und es beginnt einzudunkeln. Wir dürfen direkt vor dem Eingangsportal unter Aufsicht des Nachtwächters übernachten.



Nächstes Ziel ist Antofagasta. Dabei durchqueren wir die Acatamawüste nach Westen, kommen an auffallend vielen Minen vorbei, auch an Wind- und Solarkraftwerken. Die Gegend ist seit über 150 Jahren Zentrum des Abbaus zunächst von Salpeter, dann aber auch von Jod und Blei, neuerdings vermehrt auch Lithium, das meiste im Tagbau. Die Dimensionen der Erdbewegungen sind fast unvorstellbar. Ganze Dörfer sind im laufe der Zeit entstanden, wieder aufgegeben worden und zerfallen. Daneben wir mit modernstem Gerät wie verrückt gearbeitet.



Antofagasta ist ein aufstrebender Ort, der seit jeher vom Bergbau und von der Verschiffung von Erzen lebt. Wir haben in einer Buchhandlung nach einer Strassenkarte gefragt. Der überaus nette Ladenbesitzer musste uns leider enttäuschen und meinte, es gebe generell in Antofagasta gar nichts für Touristen nützliches. Immerhin finden wir nebst den üblichen Dingen für den fortlaufenden Bedarf nach Konsultation der WhatsApp Gruppe und zwei Anläufen jemanden, der uns ein neues Gerät zur Ortung von Emily verkauft und montiert. Das ist für uns jetzt vor allem eine Sicherheitsfrage, leider kann dieses System die Position nicht auf den Blog übertragen.



Übernachtet wird am Südrand des Ortes direkt an der Pazifikküste, um anschliessend nordwärts das Monumento Natural La Portada anzusehen, wo uns nebst Scharen von Kormoranen auch einige Pelikane die Ehre erweisen.



Auf dem Weiterweg machen wir kurz Halt in Mejillones, einer unübersehbar vom Bergbau geprägten Stadt, welche aber auch vom Fang und der Vermarktung von Miesmuscheln lebt, um dann nach Tocopilla zu gelangen.



Vor Ort sind eine grosse Anzahl von thermischen Kraftwerken, die mittels Verbrennung von Dieselöl ganz Nordchile mit Strom versorgen. Wir besuchten noch in Antofagasta ein sehr gut gestaltetes Museum zur Geschichte des Bergbaus im ganzen Landstrich zwischen Antofagasta und Tocopilla, der einst zu Bolivien gehörte und nach dem so genannten Salpeterkrieg an die Siegermacht Chile abgetreten werden musste. Das Museum steht auf dem Gelände einer ehemaligen Bleiraffinerie und beherbergt auch ein frühes Exemplar des in der Acatama getesteten Mars Explorers.



Weiter geht es Ostwärts zurück Richtung San Pedro, und lassen uns dabei die Geoglyphen von Chug Chug nicht entgehen.



Sodann statten wir dem Regenbogental kurz vor San Pedro doch noch einen Besuch ab, da die Piste dorthin wieder offen ist. Nomen Este Omen, wir sind nicht enttäuscht worden.

Nun ruft Bolivien.




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